Freitag, 27. Februar 2015

Buldern

 
Fakten: Diesmal ging es nach Buldern, einem Ortsteil von Dülmen mit immerhin knapp 6000 Einwohnern.
Wir waren ein bisschen besser vorbereitet als letztes Mal und wussten, auf welcher Seite des Bahnhofs es gen Stadt geht und keine 5 Minuten Fußmarsch waren wir schon an einem kleinen Platz mit den ersten "Touri" Attraktionen und einem "Touristen"Informationsschild.
Kurzerhand machten wir unsere Ziele klar und bestimmten eine Route. Wir hatten schon Sorge, weil auf der Karte ein paar Dinge ziemlich weit weg schienen, aber Buldern ist wirklich gut fußläufig zu erkunden, weil man innerhalb von kurzer Zeit überall hinkommt. Jammern, dass die Füße weh taten, konnte wir aber trotzdem.
Die erste Attraktion, also die sogenannten Spieker, und das Soldatendenkmal für die Gefallenen des ersten und zweiten Weltkrieges.
 Weiter ging es dann erstmal zur Kirche, an der leider grade Baumaßnahmen stattfanden, sodass wir sie uns nicht ganz in Ruhe anschauen konnten. Die zweite Kirche auf dem Plan war die sogenannte "alte Kirche" und sah wirklich sehr schön aus, wie sie da so umzäunt und abgeriegelt, verlassen im hohen Gras stand.
Auf dem Weg zum Bulderner See haben wir uns dann erstmal ein wenig verfranst mit dem Weg, weil man nur von hinten durch Schleichwege dahin kommt. Vorbei an Ponys und einem Reiterhof, den Annie gerne näher betrachtet hätte, sind wir dann endlich auch an diesem friedlichen Stückchen Erde angekommen und haben uns erstmal ein kleines Päuschen gegönnt.
Das nächste Ziel war dann Schloss Buldern, welches wir nach Ankurbelung der Gastronomie Szene in Buldern besucht haben. Heutzutage wird das Schloss als Internat genutzt, doch irgendwie machte es dort den Anschein, als ob wir uns auf einem Privatgelände befänden. Ein bisschen gruselig war das.
Meine Angst vor illegalen Machenschaften und Annies Angst vor frischgebackenen Mama-Gänsen trieb uns dann wieder zum Bahnhof und von da in die Heimat.
 Wie letzte Mal auch, haben wir den ganzen Spaß in bewegten Bildern für euch festgehalten. Die Kamerafrau filmte diesmal ein wenig zittrig, was vermutlich auf den Pferd/Pony-Entzug zurück zu führen ist.
Wo sollen wir das nächste Mal hin? Irgendein Kaff, dass wir für euch mal erkunden sollen? :)

Freitag, 20. Februar 2015

Bösensell



Fakten: Das Örtchen haben wir auf dem Weg im Zug nach Münster entdeckt. Es ist ein Teil der Gemeinde Senden im Kreis Coesfeld mit sage und schreibe 2943 Einwohnern.



Die Geschichte:
Aus dem Zug ausgestiegen, schlug uns erst mal eine mächtige Kuh-Kacke-Geruchswolke entgegen und als Landkinder, die wir im Herzen sind, nahmen wir erst mal eine kräftige Nase und liefen voller Überzeugung direkt in die falsche Richtung. Zu unserer Verteidigung: es sah auf beiden Seiten des Bahnhofs irgendwie unbewohnt aus. Industriegebiet. Und was für eine Industrie. Schweineerzeuger. Böse Menschen die mit Tieren handeln in Bösensell.

Als wir dann irgendwann später auch mal auf dem richtigen Weg waren, hielten wir uns an eine alte Regel. Kirchen bildeten im Mittelalter häufig den Mittelpunkt der Stadt. Folglich müsste an der Pfarrkirche St. Johannes Baptist irgendwas tolles zu finden sein. Dachten wir. Irrten wir. Die Kirche ist durchaus schön anzusehen aber nun ja, alles drum herum war irgendwie.. fad. Kaum eine Menschenseele auf der Straße und die drei „Geschäfte“ (Kneipen) hatten noch oder wieder zu. Macht nichts, dachten wir, gucken wir uns doch das denkmalgeschützte Haus Alvinghof an. Nach einem Fußmarsch, der im Sommer erträglicher gewesen wäre, lernten wir eine wichtige Lektion. Spontaneität ist nicht gerade eine Stärke der Bösenseller. Möchte man sich nämlich die einzige Sache anschauen, die nur im entferntesten den Charakter einer Touristenattraktion hat, muss man sich vorher anmelden, um das Haus von außen, auf keinen Fall aber von innen zu betrachten. Schade. Ganz umsonst gewandert. Nehmen wir doch einfach den Bus zurück zum Bahnhof, dachten wir. Irrten wir wieder. Einmal am Tag fährt der Bus von dort. Um 7 Uhr morgens. Marl, du meine geliebte Heimatstadt, was habe ich dich verflucht für dein Liniennetz, doch im Vergleich zu Bösensell bist du echt der Hammer.
So langsam schmerzten die Füße, der Bus, der von einer entfernteren Stelle fahren sollte, kam erst in einer halben Stunde und wir haben die weit und breit einzige Fressbude gefunden. Pizza mit komischen Käse, komischen Pizzabrötchen und leckerer Knoblauchsauce. Nachdem wir gegessen und gefroren hatten (denn in der Pizzeria konnte man irgendwie nicht sitzen), kam der scheinbar einzige Busfahrer von Bösensell, den wir schon zum dritten Mal an dem Tag sahen und brachte uns wohlbehalten zum Bahnhof zurück. Es war, als ob die Bahn uns für diesen Reinfall entschädigen wollte. Sie kam nämlich pünktlich. Und wir sind endlich wieder heim gefahren.

Welche Käffer NRWs sollen wir als nächstes für euch erkundigen? Schreibt uns einfach einen Kommentar und wir machen uns für euch auf die Socken!






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